Kornmarkt 2-4

1. Geschichte

Bei den Objekten handelt es sich um ursprünglich drei Wohn- und Geschäftshäuser, welche 1781 unter Einbeziehung früherer Bebauung errichtet wurden. Höhler bzw. Gewölbekeller aus den 15.Jahrhundert finden sich in mehreren Ebenen darunter. Das Gebäude Nummer 4 wurde jedoch im 19. Jahrhundert nochmals geteilt, blieb aber in seiner Grundstruktur immer als ein Haus erkennbar. In den 1890er Jahren überformte man die Fassade der Nr. 4 im Stil des Historismus. Mit der letzten Umbaumaßnahme im vergangenen Jahrhundert wurde sie wieder in die ursprüngliche, einheitliche Erscheinung zurückversetzt.

Die Zusammenlegung der Nr. 1 und 2 sowie der Nr. 3 und 4 erfolgte in den 1960er Jahren. Dabei sanierte man die Gebäudesubstanz der Haupthäuser. Rückseitig wurden die verwinkelten, dunklen Fachwerkhöfe abgerissen und die entstandenen Freiflächen zu einem großen Gemeinschaftshof vereint. Die Jüdengasse ist zudem eine der letzten historischen und in ihrer Struktur erhaltenen Gassen Geras. Sie verbindet den Kornmarkt mit dem großen zentralen Marktplatz. Flankiert ist die gerade mal sechs Meter in der Breite messende Gasse vom historischen Renaissance-Rathaus.

Die Gebäude waren schon seit Erbauung als Wohn- und Geschäftshäuser konzipiert. Im Erdgeschoss befanden sich unter anderem eine Kohlenhandlung, Kolonialwaren, Kaufmannsladen und Gastronomie. Eine interessante Nutzung hatte das Haus Nummer 2, welches noch bis 1966 eine Kaffeerösterei beherbergte. Von da an wurden die Erdgeschossräume der Objekte zusammengelegt und es entstand das „Sliven“, eine gastronomische Einrichtung, welche den Geraern gut bekannt sein dürfte.

2. Das Objekt

Nach Fertigstellung der Sanierung im Mai 2014 sind im Objekt acht Wohn- und zwei Gewerbeeinheiten vorhanden. Im Hof bietet eine Gestaltung mit Grünanlage, Bänken und Bäumen den perfekten Ort zur Ruhe – und das mitten in der City. Außerdem befinden sich PKW-Stellplätze im Hof, welche es den Bewohnern ermöglichen, direkt und bequem vor dem Haus zu parken.

Die großzügig geschnittenen, lichtdurchfluteten Wohnungen sind hochwertig ausgestattet. Unter anderem mit Stuck, Fußbodenheizung, Design-Vinylböden in Holzoptik, stumpf einschlagenden Türen, Doppel-Wachbecken, Gäste WC, u.v.m.. Alle Einheiten verfügen über einen großen, verglasten Balkon in Südwestausrichtung, auf dem sich bei einen Glas Wein der Sonnenuntergang genießen lässt.

3. Die äußere Gestaltung

Die Fassaden zum Kornmarkt wurden wieder originalgetreu nachgebildet. Dabei sind bestimmte Merkmale wie die Fensterfaschen der mittleren Obergeschosse am Haus Nr. 4, die Bossierung und Kassettrierung am Haus Nr. 2 sowie die Eingangssituation mit Gesimsen und Pilastern nach historischem Vorbild ausgebildet. Auch die Holzfenster weisen eine bauzeittypische Teilung / Profilierung auf.

Im Gegensatz dazu ist die Rückseite schlicht und einheitlich zusammengefügt worden. Lediglich am Dach erkennt man noch die einzelnen Gebäude. Die flächenbündigen Schiebeläden als Verschattungselemente der Fenster nehmen in ihrer Struktur den sogenannten "Besenputz" der Fassade auf und harmonieren mit den glatten, verglasten Flächen der Balkone und Absturzsicherungen. Es enteht ein modernes und frisches Bild, das so in der Geraer Architekturlandschaft noch nicht zu finden ist.